Warum habe ich eigentlich BWL studiert? Diese Frage stelle ich mir bis heute. Eine Welt voller Zahlen, strikter Regeln und Systemen. Dabei bin ich doch ganz anders-ein Freigeist, eine Pionierin, eine kreative Seele.
Doch schon damals quetschte ich mich in ein System hinein, das nicht zu mir passte und der innere Schrei begann. Ein Schrei nach Selbstausdruck und Aufmerksamkeit. Ich hatte das Gefühl die Welt bunt anmalen zu wollen, doch stattdessen saß ich in meiner Studentenwohnung mit einem schwarzen Kugelschreiber in der Hand und berechnete Statistiken und Buchungssätze.
Das kann es doch nicht gewesen sein? Dachte ich mir so oft.
Aber wenn ich mein Umfeld betrachtete war dies meine innere Antwort darauf, dass es das wohl doch gewesen sei. Denn niemand von ihnen war so ein bunter Vogel wie ich. Keiner glaubte wirklich an die Macht der Kreation, an die Magie die passiert, wenn Menschen ihren inneren Zauber in die Welt hinaustragen.
Also blieb ich still, denn so musste es ja anscheinend sein. Doch der innere Schrei wurde immer größer und somit auch die Gläser Wein, die ich trank um dem ganzen zu entfliehen. Meine Studentenzeit war von Party und Alkohol geprägt.
Es war eine schöne Zeit, mit den besten Freunden die man sich nur wünschen kann. Doch mein eigentliches Selbst verkroch sich oft wie eine kleine Schnecke in ihr Häuschen, denn es durfte bloß niemanden auffallen, dass ich eigentlich gar nichts kann, gar nichts weiß und keine Ahnung hatte, was ich da tat.

Doch entsprach dieser Gedanke keineswegs der Wahrheit, das weiß ich nun. Ich hatte nur keine Ahnung von BWL, von Zahlen, von Wirtschaft. Aber ich hatte Ahnung von Kunst, von Worten, von Klängen und all der wundervollen, kunterbunten Liebe welche die Welt zu geben hatte.
Doch das war nichts wert, bloß Träumereien die keinen Platz auf dieser Welt verdient haben, denn sie hatten nichts mit Leistung und Intelligenz zu tun und das brauchte man nunmal, um Anerkennung zu gewinnen. So dachte ich zumindest. Oder waren dies nur meine Gedanken, weil ich dachte, dass andere so dachten? Und war dies wirklich so? Oder belog ich mich selbst nur eine lange Zeit?
Ich wuchs in einem extrem konservativen Familienhaus auf, wo mir beigebracht wurde, dass ein einfaches, sicheres Leben als Verkäuferin, oder ähnliches, das Beste sei, wonach ich streben könnte. Doch der Gedanke daran war für mich schon immer wie eine Gefangenschaft in der ich mich auf zwei Quadratmetern bewegen kann, obwohl da draussen doch tausende Quadratmeter warteten.
Also erweiterte ich selbst meinen Horizont und ging reisen. Beim Backpacking durch Asien und Down Under fühlte ich mich frei und verrückt. Ich konnte sein wer ich wollte. Ich arbeitete in Cafés und Restaurants, was für den Moment auch ok war und Spaß brachte. Doch der innere Schrei erschien auch in den schönsten Zeiten am anderen Ende der Welt. Denn noch immer schlummerte etwas in mir, was raus wollte.
Das, wofür ich wirklich hier war, unterdrückte ich aus Angst nicht gut genug zu sein, aus mangelnden Selbstwert und aus dem Paradox, zum einen den größten Wunsch zu haben gesehen zu werden und zum anderen die panische Angst davor.
All die Worte die hinaus wollten, die mein Wesen widerspiegelten, hielt ich tief in mir zurück. Und bis heute brodeln sie dort wie eine Sprudel die geschüttelt wurde und ihren Weg aus der Flasche sucht.

Aber wie kann man jemanden sehen, die sich selbst unsichtbar macht? Wie kann ich jemals meine Kunst rausbringen, ohne an mich zu glauben? Und warum glaube ich eigentlich nicht an mich? Ich liebe doch den Zauber in mir.
Ein Widerspruch an Ängsten, Zweifeln, Selbstablehnung und gleichzeitiger Selbstanerkennung wüteten in mir wie ein Sturm. Ein Sturm, den ich irgendwann nicht mehr halten konnte.
Gleichzeitig wurden die Worte meiner Freunde lauter. Sie liebten meine Kunst und sagten, ich sollte unbedingt raus mit meiner Kreativität. Und da wurde mir bewusst, dass ich die einzige Person war, die nicht an mich glaubte.
Aus gespeicherten Glaubenssätzen heraus machte ich mich unsichtbar, weil ich immer dachte ich muss diesen einem Bild entsprechen. Dem Bild von einer Frau, die ein regelmäßig sicheres Einkommen hat, eine Familie gründet, irgendwann Kinder bekommt und ihr Leben fest im Griff hat. Doch diese Frau bin ich nie gewesen, dachte aber viel zu lange irgendwann die Erleuchtung zu bekommen, sie doch zu sein.
Aber das unterdrückte nur noch mehr meinen Schrei und ich merkte wie mein gesamter Körper irgendwann rebellierte, ich psychische Krankheiten entwickelte, mehr Alkohol trank und die Jobs, die ich mir aus mangelnden Glauben an mich selbst suchte, nicht mehr machen konnte. Denn bei jeder Fahrt zur Arbeit baute sich eine innere Mauer in mir auf und ich hatte nicht mehr die Kraft, ihre Steine beiseite zu räumen.
Ein Burn Out und viele depressive Phasen später erkannte ich, dass ich nicht mehr in einem Büro, nicht mehr nach den Wünschen anderer arbeiten konnte, sondern es nun endlich an der Zeit ist, meinen eigenen Wünschen zu folgen und das in die Welt zu bringen, was schon so viele Jahrzehnte in mir schlummert.
Also fing ich an, an die Stimmen meiner Freunde zu glauben und mir immer wieder selbst zu sagen, dass es wertvoll ist was ich mache und es einen Platz da draußen verdient hat.
Zwar höre ich noch immer den kleinen Teufel auf meiner Schulter sagen : „Du kannst es nicht, lass es, andere sind besser, wer sollte dir schon zuhören wollen, wer bist du eigentlich“, doch ignoriere ich den Schrei nicht mehr und höre meiner inneren Künstlerin sowie dem Engel auf der anderen Schulter genau zu, denn sie überzeugen mich vom Gegenteil.
Und das spüre ich in jeder Zelle meines Körpers. Denn sobald ich mich hinsetze und schreibe, einen Podcast aufnehme oder einfach meine Gedanken in Form von Poetry zusammentrage, entsteht ein Flow in mir und alles fühlt sich richtig an. Endlich so richtig, denn das Gefühl kannte ich die letzten 25 Jahr meines Lebens nicht. Die Rebellin wird ruhiger und mein Gemüt sanfter.
Und natürlich ist es auch ein struggle- denn nicht nur der Kampf mit dem inneren Teufel macht es schwer, mit der eigenen Kunst hinauszugehen, sondern auch Zeit und Geld. Denn um guten Content zu machen, bedarf es jeder Menge Zeit und Geduld, Zeit in der man keinen anderen Job machen kann und somit im Aufbau der Selbstständigkeit natürlich auch kein Geld verdient.
Doch der Glaube an mich und meine Motivation sind mittlerweile so groß und laut geworden, dass ich sie nicht mehr überhören kann. Also lege ich los, jeden Tag ein bisschen mehr.
Freut euch auf mein erstes Buch, welches ganz bald erscheinen wird. Dieses ist ein autobiographischer Roman, der die ungezähmte Wildheit des Lebens erzählt.
Hört ebenfalls gerne in meinen Podcast rein, in welchem es um spannende und emotionale Geschichten von mir und anderen Menschen geht.
Folgt mir auf Social Media für mehr Input. Oder schaut auf meiner Homepage vorbei, da findet ihr alles, was ihr wissen müsst 🙂 Geht dafür einfach im Menü oben auf Home.
Von Herzen
Eure Cristin
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